Publié le 27 Februar 2026
Bildung einer Unabhängigen Expertenkommission und einer Internen Untersuchungskommission mit einem Aufruf zur Einreichung von Zeugenaussagen sowie einer internen Untersuchung
Die Fondation Lëtzebuerger Kannerduerf gibt heute die Bildung einer Unabhängigen Expertenkommission bekannt. Diese aus vier Expertinnen und Experten bestehende Kommission wurde auf Initiative des Verwaltungsrats der Stiftung in Abstimmung mit der Generaldirektion eingesetzt. Sie wird autonom, unparteiisch und in einem strikt vertraulichen Rahmen tätig sein.
Die Unabhängige Expertenkommission hat den Auftrag, das mögliche Vorliegen, die Art und das Ausmaß etwaiger Übergriffe zu prüfen, betroffene Personen zu identifizieren sowie mögliche organisatorische Dysfunktionen zu analysieren. Zu diesem Zweck wird die Kommission in Kürze einen Aufruf zur Einreichung von Zeugenaussagen starten; die entsprechenden Modalitäten werden zu gegebener Zeit bekanntgegeben. Dieser Aufruf ermöglicht es jeder betroffenen Person oder Zeugin bzw. jedem Zeugen, die Kommission auf sicherem und vertraulichem Weg zu kontaktieren. Die Kommission wird die eingegangenen Aussagen prüfen und die Sachverhalte so umfassend und objektiv wie möglich feststellen, ohne die Rolle der Justiz zu substituieren.
Zur Sicherstellung einer rigorosen Durchführung des Auftrags hat der Verwaltungsrat der Stiftung zudem eine Interne Untersuchungskommission eingesetzt. Wie der Name besagt, führt diese eine interne Untersuchung sowie ein Compliance-Audit durch. Sie prüft den bei der Stiftung bestehenden Rahmen, die Prozesse und die Praktiken, um mögliche Mängel, Schwachstellen oder Defizite zu identifizieren. Gegebenenfalls wird sie Empfehlungen zur Stärkung von Compliance, Governance und Prävention formulieren. Auf Ersuchen der Unabhängigen Expertenkommission wird sie zudem Recherchen durchführen, um die zur Überprüfung der in den Zeugenaussagen enthaltenen Informationen erforderlichen tatsächlichen Elemente festzustellen.
Die Arbeiten der Unabhängigen Expertenkommission und der Internen Untersuchungskommission münden in einen gemeinsamen Abschlussbericht, der von den Mitgliedern beider Kommissionen verfasst und unterzeichnet und dem Verwaltungsrat der Stiftung vorgelegt wird. Ihr Mandat ist auf einen Zeitraum von 12 Monaten festgelegt und kann bei Bedarf verlängert werden; während ihrer Tätigkeit werden Zwischenberichte erstellt.
Vincent Franck, Vorsitzender des Verwaltungsrats, erklärt: „Gemeinsam mit der Generaldirektion der Fondation Lëtzebuerger Kannerduerf nehmen wir die uns zur Kenntnis gebrachten Informationen, die der Staatsanwaltschaft gemeldet wurden, mit größter Ernsthaftigkeit auf. Die Entscheidung, einen Aufruf zur Einreichung von Zeugenaussagen zu starten und eine unabhängige Kommission sowie eine Untersuchungskommission einzusetzen, ist die logische Konsequenz unseres Engagements gegenüber den uns anvertrauten jungen Menschen, für deren Schutz wir Verantwortung tragen.“
Valérie Oberlé, Generaldirektorin, ergänzt: „Es ist unsere tägliche Verantwortung, ein sicheres, anspruchsvolles und transparentes Umfeld für die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten. Die Einsetzung einer Unabhängigen Expertenkommission entspricht diesem Anspruch und soll sicherstellen, dass keine Frage ohne sorgfältige und unparteiische Prüfung bleibt.“
Die Stiftung bekräftigt, dass der Schutz der betroffenen Personen weiterhin oberste Priorität hat. Personen, die sich melden, werden über bestehende Unterstützungsangebote informiert; je nach festgestelltem Bedarf wird eine angemessene psychologische, medizinische und soziale Begleitung angeboten. Sollten festgestellte Sachverhalte einen Straftatbestand erfüllen, werden diese im Einklang mit dem gesetzlichen Rahmen der Staatsanwaltschaft gemeldet. Die Stiftung behält sich das Recht vor, gegenüber betroffenen Mitarbeitenden gegebenenfalls erforderliche disziplinarische Maßnahmen zu ergreifen.
Die Unabhängige Expertenkommission setzt sich aus vier Mitgliedern mit anerkannter Expertise in den Bereichen Justiz, Recht, Psychologie und Medizin, insbesondere Pädiatrie, zusammen.